In Japan kommt man nicht um sie herum – die Bentos! Essen, das in Boxen an Bahnhöfen, in Convenience Stores, in Supermärkten aber auch in Restaurants ab bereits 300 Yen (ca. 3 CHF) zu kaufen ist. Bentos werden entweder kalt oder dann in der Mikrowelle erwärmt (jeder Shop in Japan hat Mikrowellengeräte) gegessen. Basis jedes Bentos ist Reis, manchmal auch Nudeln mit zwei bis drei Beilagen wie Fisch, Fleisch oder Soya, Pickles und Gemüse. Sind die Beilagen variabel, so wird nie auf den kohlenhydratreiche Sättigungshauptbestandteil verzichtet, gehört dies doch zur Grundlage jeder japanischer Mahlzeit. Die Low Carb Bewegung scheint nicht nach Japan rübergeschwabt zu sein. Die Japaner scheinen dies zu verkraften, sieht man hier doch relativ wenig übergewichtige Menschen.

Typisches Bento aus einem Convenience Store wie aus dem “7elven” im Foto rechts
Bentos werden hier – trotz den gesunden Bestandteilen – eigentlich als “Fastfood” betrachtet. Gekauft werden sie ja meistens in einem Shop oder an einem Bento Stand am Bahnhof und gegessen wird im Office, im Zug oder an Meetings. Anstelle der gewohnten Sandwich-Meetings, werden hier nämlich Bentos serviert. Zum Glück ist man sich als Schweizer das Essen mit Stäbchen gewohnt, da in der Schweiz alles was asiatisch tönt mit Stäbchen serviert wird (sogar indisches Curry…). Für meine weniger geübten nicht-japanischen Arbeitskollegen waren diese Bentos während den Meetings die reinste Tortur und mit der Zeit rührten sie ihre Bento gar nicht mehr an und hätten viel für ein – ok weniger originelles – Sandwich gegeben.

Bentos in edler Holzverpackung wie wir es auch bei Meetings serviert bekommen haben
Viele Bento Mahlzeiten werden jedoch auch mit grosser Hingabe jeden Morgen von den japanischen Hausfrauen für ihre Kinder zubereitet (man sagt, dass die Reste dem Mann mitgegeben werden). Kinder bringen in der Regel ihre eigenen Lunchboxen mit zur Schule. Dabei wird natürlich verglichen, wer das schöner zubereitete Essen hat. Unter den Müttern bricht dabei häufig ein wahrer Wettbwerb aus, wer die schöneren Bento Boxen herrichtet, denn damit drücken sie ihre Liebe zu ihren Kindern aus. In Warenhäusern und Bento-Shops gibts darum auch Hilfsmittel zu finden, die normale Reisbällchen in lustige Figuren verwandeln.

Bento für Kids mit herzigen Figuren und entsprechender Box und Stäbchen

Home-made Bento Box
In den Shops werden Bentos meist in Plastik-Boxen verkauft; edlere Varianten können aber auch aus Holz sein. Aestethik spielt aber – vor allem bei den Bentos, die man von zu Hause mitbringt – auch hier eine grosse Rolle. Es erstaunt also nicht, dass es ganze Abteilungen von Bento-Boxen mit allen möglichen Assessoires zu kaufen gibt, die die Bedürfnisse von Schulkindern, jungen Ladies und Salary Men decken.

“Hello Kitty” ist auch bei Bento Boxen und Stäbchen allgegenwärtig
Juni 6, 2009 um 4:43 pm
Projekt 52 – 11 – Küchenkultur…
Ein Foto von unserem Lunch Natto-Reis,Tomate,Blumenkohl,Kürbis, geröstete Goya,und grüner Tea.Goya ist das Landesproduct von Okinawa(sudliche Gegend in Japan).Das Geschirr ist japanisches altes Esskästchen.Ich kaufte das in einem Trödelladen….
Juni 6, 2009 um 4:50 pm
Ich habe japanische traditionelle Bento Box.
Ich sende trackback auch von dem Eintrag,so dort kannst du Foto sehen.
Liebe Grüße
Rumiko
Juni 7, 2009 um 2:48 am
Die japanischen Schulbentos sind wirklich hübsch und auch liebevoll gepackt. Nichtsdestotrotz sehen die Mütter ihre Kinder den ganzen Tag nicht, manchmal sogar erst Mitternacht . Ob sie da vielleicht auch ein bisschen ihrer Schuldgefühle mit reinpacken…?
Ich sage “ein bisschen”, da Bildung ja das höchste Gut in Japan ist. Aber ab und zu wird der Bildungswahn halt mit liebevollen Bentos ausgeglichen.
Eine deutsche Mutter würde sich nicht diese Mühe machen, da manche Kinder ja schon um 11:30 vormittags wieder zuhause sind. Wiederum haben wir auch nicht den gleichen Sinn für Ästhetik…
Ich werde mir die Bilder nochmals anschauen. Das gekochte Ei in einem der Bilder war interessant. Ich sollte auch mal ein bisschen mehr Fantasie benutzen.
Juni 7, 2009 um 6:44 am
heute auch im tagimagi ein bericht über bento….
http://dasmagazin.ch/index.php/ode-an-bento/
liebste grüsse aus der schweiz!
Juni 10, 2009 um 1:20 am
hmmmmmmmm, wie hätte ich lust auf eine suhis-bento-box:-)
November 27, 2009 um 4:08 am
Oh jaa
Auf ein Bento habe ich in der Schule auch manchmal Hunger, aber meine Eltern erlauben mir sowas ja leider nicht. Ist viel zu aufwendig und “anders”… *seufz* Sind aber tolle Bilder dabei
Dezember 9, 2009 um 9:35 pm
Bento wird nicht nur von Müttern gemacht, die zu Hause nichts zu tun haben. Bento wird genauso von Berufstätigen wie von Jugendlichen gemacht. Diese Bento-Varianten sind gar nicht aufwendig. Vor allem, weil ja viele Reste verwertet werden.
Auch der Glaube, dass nur japanisches in ein Bento rein muss ist schlichtweg falsch! Ich kenne super viele Amerikaner und auch Deutsche die solche Boxen packen – auch ohne Reis
@ Arina: Deswegen find ich das von deinen Eltern etwas komisch, wenn sie dir das nicht erlauben. Und vor allem, weil es “anders” ist? Ich finde man sollte seinem Kind schon mal lassen über den Tellerrand schauen zu drüfen.
Google mal nach Bento-Lunch da findest du sehr viele Seiten, die dir einfache Tipps geben wie du sowas auch ohne richtige Bento-Box (also normale Frischhaltebox) machen kannst.
2 gute deutsche Seiten sind z.b. hier:
http://bento-lunch-blog.blogspot.com
http://www.nekobento.com