Abhärtung

By Mischa

Schuluniformen sind in Japan sehr weit verbreitet. Wenn ich zurückdenke, wie viele Gedanken ich mir als Teenie immer über meine Kleiung (vor allem über die Air Jordan Schuhe) gemacht habe, dann finde ich solche Uniformen echt eine super Sache. Nur im Winter tun mir die Kids leid. Im Foto unten sieht man, dass die Kleinen auch bei kalten Temperaturen kurze Hosen anziehen müssen. Ab und zu sieht man Kinder mit Beinen in Rot- und Blauetönen. Man hat mir gesagt, dass das der Abhärtung diene. Naja, ich hoffe die schrumpfende Bevölkerung Japans hat nicht hier ihren Ursprung.

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Kurze Hosen und runde Hüte.

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21 Antworten zu „Abhärtung“

  1. tonari sagt:

    Oh, mein Töchterlein kann ein kühles Lied davon singen. Auch Austauschschülerinnen bleiben von kurzen Röcken im Winter nicht verschont.

  2. Maria S. sagt:

    Ich hatte mich früher auch immer über die „nackten“ Beine besonders von Kindergartenkindern gewundert, die im Januar die Strasse runterliefen.

    Ich bekam auch die gleiche Antwort: Es dient zur Abhärtung.

    Etwas wahres wird schon dran sein!

  3. Gerd sagt:

    Kurze Hosen im Winter, dass erinnert mich an die Kinder der englischen Soldatenfamilien. Sogar bei Schnee und Frost gingen Mädchen und Jungen mit nackten Beinen zur Schule. Mich hat das als Kind immer sehr beeindruckt.
    I

  4. higanbana sagt:

    Ja, mich hatte es auch schockiert, als neben mir auf dem Bahnsteig ein Ein- oder Zweitklaessler mit blau gefrorenen Beinen stand.

    Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob die kurzen Hosenbeine bei Jungs nicht auch nur einfach ein Modeideal sind. Egal, wie oft oder wo ich mal Festtagssachen bis Groesse 120 gesehen habe, aber die waren immer nur kurzbeinig. Ehrlich gesagt finde ich Kinderjacket und Shorts als Kombi immer noch extrems gewoehnungsbeduerftig.

  5. Cilly sagt:

    Kurze Hosen im Winter kamen in Deutschland selten vor, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Mein Sohn hat Anfang der 60erJahre zu Weihnachten eine kurze Hose mit weißen Kniestrümpfe getragen. Dazu gehörten noch eine entsprechende Anzugsjacke, ein weißes Hemd und eine Kinderkrawatte. Es war die Kleidung seiner Erstkommunion,da sie noch passte und sehr festlich aussah, hat er sie halt zu Weihnachten noch einmal getragen. Auf dem Weg zur Ucht (Frühmesse) sind seine Beine zwar kalt geworden, das hat ihm aber nichts ausgenmacht.

  6. Bärbel sagt:

    Bei uns wohnten bis vor einigen Jahren auch viele englische Familien. Und da staunte man jedesmal im Winter, wenn die Kleinen mit nackten Beinen draußen herumsprangen. Meine Tochter war damals in der Grundschule und kam auf die Idee, es denm kleinen Engländern gleichzutun. Nach dem sie lange gedrängelte hatte, erlaubte ich es ihr in der Annahme, dass sich das nach einem kurzen Ausprobieren von selbst erledigte. Aber nein! Sie fand das ganz toll und ging sogar mit Rock und Söcken bei Frost in die Schule. Seitdem bedauerte ich die englischen Kinder nicht mehr, weil ich glaube,dass alles eine Sache der Gewöhnung ist und wir deutschen Eltern oft zu ängstlich sind.

  7. Doro sagt:

    Heute sah man viele Mädchen mit Rock und Söckchen, kein Wunder bei über 20 grad und Sonnenschein. Meine Schwester läßt ihre beiden Mädels aber schon seit Wochen im Sommeroutfit laufen. Auch wenn es in der Früh keine 10 Grad warm sind, gehen die kleinen mit nackigen Beinen raus. Es macht ihnen nichts aus.

  8. higanbana sagt:

    Uebrigens wollen es Japanerinnen teilweise auch nicht anders. An der Oberschule unserer letzten ATS konnten die Schuelerinnen im Winter wahlweise zwischen Rock und Hose waehlen, aber wie sagte der Verantwortliche des oertlichen Kaufhauses: Sie verkaufen jedes Jahr ungefaehr eine Hose. Und das bei mindestens 120 Maedchen, die dort jedes Jahr anfangen.

    ***
    Was die Struempfe betrifft, so trage ich aber auch so gut wie nie welche zwischen April und Oktober. Und wenn doch, dann nur, weil es aus Formalitaetsgruenden nicht anders gut. Dafuer ist das Wetter hier doch zu schnell warm oder bald auch wieder heiss.

    Liebe Gruesse

    Higanbana

  9. Rita sagt:

    Ich sehe auch, dass die meisten Kinder von ihren Eltern zu warm eingepackt werden. Meine Tochter ist schon im März bei unter 10 Grad im Kleid und ohne Strumpfhose zum Kindergarten gegangen. Ihre Freundin trug da unter der langen Hose noch eine Strumpfhose. Meine Kleine geht gerne mit bloßen Beinen, deshalb ist sie wohl abgehärtet.Ich käme jedenfalls nie auf die Idee, ihr eine Strumpfhose aufzuzwingen. Sie wird schon was sagen, wenn es ihr zu kalt ist, sie meldet sich ja auch, wenn sie hunger hat.

  10. Christoph sagt:

    In Japan ist es ein Erziehungsprinzip Kinder bis 12-13 Jahre der Kälte auszusetzen und somit abzuhärten. Der Kälte ausgesetzt zu sein wird als gesundheitsfördernder und reinigender Effekt gesehen.
    Schuluniformen sehen daher auch im Winter extrem kurze Hosen für Jungs vor, um so viel wie möglich vom Oberschenkel zu entblößen und kurze Röcke für Mädchen. Im allgemeinen werden dazu Kniestrümpfe getragen, wobei es Schulen gibt die nur Söckchen erlauben.
    Auch hier drückt sich der Glaube an die positve Wirkung von Kälte aus.
    Es ist daher nicht ungewöhnlich auch an bitterkalten Frosttagen mit Eis und Schnee Jungs und Mädchen im Schul- und Vorschulalter mit nackten von der Kälte fleckigen Beinen und rotblau verfärbeten nackten Knien herumlaufen zu sehen.
    Kurze Hosen und kurze Röcke müssen von Jungen und Mädchen daher nicht nur wegen des netten Aussehens getragen werden, sondern um sie energetischer auftreten zu lassen.
    Die traditionell orientierten Japaner befürchten, daß die jüngere Generation zu verweichlicht werden könnte, daher sehen Sie in den Kindergarten- und Schuluniformen mit kurzen Hosen und kurzen Röcken im Winter ein geignetes Mittel, über das einhergehnde Unbehagen bei kaltem Wetter, die Kinder und jugendlichen nicht zu weich werden zu lassen.
    Auch wenn wir es als etwas ungewöhnlich sehen, keine japanische Mutter würde sich über blaugefrorenen Knie Ihres Kindes sorgen oder diese wahrnehmen – es ist dort einfach normal, da Kinderkleidung oder Schuluniformen ganzjährig kurze Hosen und kurze Röcke vorsehen.

  11. Henny sagt:

    Ich mache mir auch keine Sorgen, wenn meine beiden Mädchen bei kühlem Wetter keine Strumpfhosen zum Rock anziehen. Ich hoffe, es klingt nicht altmodisch, wenn ich sage, dass etwas Abhärtung wirklich gesund ist. Natürlich laase ich die Kinder nicht bei Frost in Söckchen gehen, aber es müssen morgens nicht erst 10 oder 15 Grad sein, bevor wir auf Strumpfhosen verzichten.

  12. Walter sagt:

    1955 bekam ich als Achtjähriger meine erste kurze Lederhose geschenkt, und zwar zum Geburtstag am 11. März. Ich zog sie sogleich an und habe sie bis zum November getragen. Das wiederholte sich dann jedes Jahr: ab meinem Geburtstag ging ich in der kurzen Lederhose zur Schule. Manchmal waren meine Beine mit einer Gänsehaut überzogen, wenn es früh morgens noch bitter kalt war,aber das spielte keine Rolle. Ich war ja auch stolz als einer der ersten in der Kurzen zur Schule zu kommen, das durften längst nicht alle. Aber wenn ich bei fast null Grad und Regen mit dem Fahrrad zur Schule fuhr, wurden die nassen Beine eisigkalt, was dann nicht so angenehm war.

  13. KLara sagt:

    Ich habe in den 50er u.60er Jahren drei Mädels großgezogen. Damlas trugen sie wie allgemein üblich keine Hosen. Zum Rock oder Kleid zogen sie Kniestrümpfe oder im Sommer Söckchen an. Strumpfhosen waren auch in der kalten Jahreszeit ehr die Ausnahme.Ich wollte keine verwöhnten Mädchen aufziehen, die alle Naselang krank wurden. Ohne Strumpfhosen gingen sie grundsätzlich von Anfang März bis Ende November. In den drei Wintermonaten gingen sie, wenn es nicht ganz so kalt war auch in Kniestrümpfen. Auch waren am Weihnachtsfest weiße Kniestrümpfe obligatorisch. Meine Töchter haben das gut verkraftet, weil sie von früh an daran gewöhnt waren.

  14. Karo sagt:

    Meine Tochter trägt im Winter in der Regel eine lange Hose an, darunter Söckchen oder Kniestrümpfe. Wenn sie einen Rock anzieht (knielang) reichen ihr auch Kniestrümpfe, das ist fast so warm wie eine lange Hose.

  15. Barbara sagt:

    Ich bin absolut für so eine Schulkleidung. Unsere Tochter war vor zwei Jahren als Austauschschülerin in Chile und sie meinte, die Uniform wäre wirklich praktisch gewesen. Und eigentlich auch recht simpel: weiße Bluse, dunkler Rock und blaue Kniestrümpfe.

  16. Johannes sagt:

    Wir kommen gerade aus dem Urlaub an der Ostsee. Das Wetter war sehr duchwachsen.Uns fiel auf, dass die Leute, besonders auch die Kinder im Urlaub vielfach leichter bekleidet sind als zuhause. Unsere Jungen hatten immer nur T-Shirtund kurze Hose an. Sie waren fast jeden Tag am Strand und im Wasser.
    Sie brauchten nicht unbedingt 20 Grad Lufttemperatur um ins Wasser(17 Grad)zu gehen. Ich bin jetzt gespannt,ob sie bei solchen Temperaqturen auch zuhause ins Freibad gegen.

  17. Stefan Wellershaus sagt:

    Abhärtung war für uns Jungs der 30er und 40er Jahre ein Ideal.

    Ich war Ende des Krieges und der Hitlerzeit 12, und doch blieb das Ideal bis heute (wenn ich´s heute auch nicht mehr so gut kann). Damals war ich stolz, wenn ich bei Frost keine Handschuhe anzog – und Hände in die Hosentaschen stecken war verpönt. Und kurze Hosen trugen viele Jungs damals gerne, war auch ein sportliches Ideal, je kürzer desto sportlicher, manchmal im Sommer sehr kurz. Mancher, wenn auch nicht alle hatten in der kühleren Zeit lange Strümpfe (Baumwolle) parat, also an den Beinen, die wir bei zu viel Kälte hochrollen konnten, zum Beispiel beim Rodeln.

    Das Ideal blieb durch´s lange Leben, und so kommt es, daß ich auch heute meistens in Raumtemperatur von 17° lebe, ok, wenn´s kühl ist mit mehr Kleidung um die Schultern gezogen … und immer noch lange Strümpfe, weil meine Knie nach einer Lähmung in der Jugend oft empfindlich sind.

  18. Maria S. sagt:

    Im heutigen Deutschland haben wir die „Strumpfhosen Polizei“, d.h. Nachbarn, die aufpassen, dass das Kind auch warm genug angezogen ist. Wenn nicht, gibt es gleich einen Kommentar „Na, hoffentlich holst Du Dir keine Blasenentzündung!“ etc. Oder auch in meiner Gegenwart: „Da hat Deine Mutti Dich nicht richtig angezogen!“. Da kann ich nur auf die japanische Art nicken. Konfrontation ist zwecklos.

    Da gefällt mir Stefan Wellershaus Einstellung besser. Ein bisschen Abhärtung schadet nicht.

  19. Moni sagt:

    Dem stimme ich voll und ganz zu. Ich war am Sonntag mit meiner Tochter auf dem Weihnachtsmarkt. Dabei trug meine Tochter einen kurzen Rock und kurze Söckchen. Es war ihr eigener Wunsch, dies zu tragen, und bei einer Temperatur von plus 12 Grad am Nachmittag war das für mich auch völlig okay. Auf dem Weihnachtsmarkt war meine Tochter aber die einzige, die einen Rock und Söckchen anhatte. Außerdem wurde ich von mehreren Personen gefragt, ob ich meine Tochter in diesem Outfit erfrieren lassen wolle. Dabei gefiel es ihr, so draußen herumzulaufen, und sie fühlte sich auch wohl damit.

  20. Waltraud sagt:

    Nachbarn, die aufpassen, dass das Kind warm angezogen ist, gibt es auch bei uns. Meine Tochter zieht oft einen Rock an, aber nie mit Strumpfhosen. Als ich neulich meine Kleine an der Haustür verabschiedete,kam meine Nachbarin vorbei: „Kind du musst doch erbärmlich frieren“ Rieke hatte eine warme Winterjacke an und eine Mütze auf.Ihr Rock war knielang, dazu trug sie ein Paar Söckchen. Da wir um 7.30 Uhr nur vier Grad hatten, hatte ich ihr zur Auflage gemacht, unter ihren Rock noch eine zusätzlich kurze Hose anzuziehen, damit sie sich keine Blasenentzündung holt.So war sie sicher passend gekleidet. Ich glaube nicht, dass es schädlich ist, wenn die Beine etwas kühle Luft abbekommen, schließlich verhüllen wir ja auch nicht unser Gesicht.

  21. Gabi sagt:

    Wir wohnten von 1972-1977 in GB. Unsere Mädchen trugen die obligatorische Schuluniform: Rock und Kniestrümpfe – ganzjährig. Selbst bei Schnee und Frost gingen sie mit nackten Beinen. Das war im ersten Winter für beide gewöhnungsbedürftig, danach aber kein Problem mehr.

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