Wie bereits öfters beschrieben, locken in Japan auch die nicht-japanischen Versuchungen. Besonders natürlich die amerikanischen, die es bei uns nicht gibt. Neben Shakey’s Pizza, ColdStone, GoldenSpoon und Tony Roma’s ist Krispy Kreme Doughnuts ein weiteres Beispiel. Ich kann mich noch an Krispy Kreme in New York erninnern. Der Laden in Downtown war direkt neben dem WTC, existiert aber aus offensichtlichen Gründen nicht mehr.
Die amerikanische Doughnutkette hat ein paar Geschäfte hier in Tokyo. Alle sind immer überfüllt. Besonders Isa hat sich bis anhin nie so getraut sich einmal anzustellen um so ein Ding zu probieren. Sie schrak immer von den Menschenmassen und den langen Wartezeiten zurück. Aber eines Nachmittags sagte sie sich: was solls, jetzt stell ich mich mal an und kauf so ein Ding. Nur blöd, dass die Wartezeit mit einem gratis Doughnut belohnt wird. Und das auch noch während man wartet. Das heisst also für die, die wirklich nur mal probieren wollen, wars das schon. Aber man kann dann ja doch nicht so sein und kauft doch nochmal einen dazu.
Im Krispy Kreme in Shibuya wird einem die sümdige Realität der Doughnuts so richtig eingehämmert. Und zwar mit einer offen Doughnut-Fabrik. Die Dinger nehmen ein Bad im Fritieröl und werden dann mit Zucker begossen. Noch frisch und warm schmecken die Dinger extrem gut! Aber aufgepasst, sonst sehe ich auf einmal aus wie ein grosser Doughnut.
Hot & glazed!
Während man wartet, gibts schon mal einen Doughnut zum probieren. Ähm, muss ich jetzt noch was kaufen? Ich mag nämlich keinen zweiten mehr.
Sündige Show. Die Teigringe nehmen ein doppelseitiges Bad im Frittieröl...
Wir sind im Büro gerade dabei über unsere Produktbroschüren nachzudenken. Da schauen wir natürlich gerne mal nach, was so bei der Konkurrenz rumschwirrt. Dabei kam mir eine Broschüre über Investmentfonds einer japanischen Bank in die Finger. Die Broschüre ist für den Retailmarkt bestimmt, aber trotzdem sind die Unterschiede zu dem was wir von Banken gewohnt sind riesig. Die Anzahl der Informationen, die in eine Seite gepackt werden erinnert an Billigreiseprospekte oder Elektronikdiscounter. Und da sind natürlich die allgegenwärtigen Comics. Während wir im Westen versuchen reale Menschen und deren Emotionen zu zeigen, will man hier für alles Comics.
Festverzinsliche (saiken) einfach erklärt. Man beachte: sogar das Gebäude hat ein Gesicht.
Das sieht man sehr häufig: eine kleine Comicfigur, die etwas erklärt (ist billiger als ein Fotoshoot!). Ich glaube wir sind unten links am "Bottom" und sollten jetzt High-Yield Bonds kaufen...
Die englischen Texte sind hier in Japan, wie jetzt schon mehrfach beschrieben immer wieder amüsant. Noch lustiger wird es aber mit ein wenig Japanischkenntnissen. Dieser Laden im hippen Aoyama heisst “Miracle Pants”. Die Silben können von oben nach unten entziffert werden: mi, ra, ku, ru, pa, n, tsu!
Das heisst so viel wie Turban im silbenorientierten Japan. Vor einigen Tagen hat mir eine Arbeitskollegin den unten abgebildeten Herrn vorgestellt. Es handelt sich dabei um Hideyo Noguchi, einen japanischen Tropenartzt, der um die Jahrhundertwende in Afrika Krankheitserreger erforschte und dann selber an Gelbfieber erkrankte und starb. Noguchi-san ziert auch die 1000 Yen Bank Noten hier in Japan. Origami ist ja sehr beliebt hier in Japan. Wer eine 1000 Yen Note besitzt, kann den Turban Trick hier mal ausprobieren. Viel Spass!
Über japanische Perfektion berichte ich ja immer wieder. Perfektion heisst auch Sicherheit. Eine der weniger bekannten Gründe für die hohe Sicherheit, insbesondere der Bahnen hier in Japan, ist das sogenannte Shisa Kanko. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Art, den Status von Signalen, Schaltern und sonstigen Dingen zu checken, die es eben zu checken gibt. Man zeigt mit dem Finger auf das Signal und liest dabei laut und deutlich den Status ab. Wer vorne in einer Bahn mitfährt, kann dieses “pointing and calling” live miterleben. Der Zugführer zeigt auf alle Signale und sagt irgendein Sprüchlein oder ein einfaches “yoshhhh” oder “üsssss”. Diese Methode Fehler zu vermeiden ist in Japan sehr weit über den Bahnbereich hinaus verbreitet.
Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die Methode extrem effektiv ist. Eine Studie zeigt die Reduktion von Fehlern in 85% der Fälle bei Anwendung der Methode.
Hier nochmal ein Foto aus der Sammlung “komisches Englisch”. Dieses Fotos entstand schon vor einiger Zeit als unsere Freunde im Oktober 2008 zu Besuch waren. Dieser Laden in meinem Bürogebäude heisst doch tatsächlich “Drastic The Baggage“?!
“Otaku” ist ein japanisches Wort, das so viel heisst wie die englischen Ausdrücke “Nerd” oder “Geek”. Das Wort bezeichnet etwas abschätzig die zahlreichen extremen “Fans” gewisser Hobbies oder Subkulturen. Ein Beispiel ist Cosplay. Das heisst so viel wie Costume Play und bezeichnet die Leute, die sich in ihrer Freizeit gerne verkleiden. Ein anderes, weniger bekanntes Beispiel sind Densha Otaku (Bahn Freaks). Ich denke, die japanische Gesellschaft ist ein besonders fruchtbarer Boden für solche stark ausgeprägte Subkulturen. Man legt hier grossen Wert auf Perfektion. Wenn etwas gemacht wird, dann richtig! Ein Beispiel sind für mich auch die vielen Möglichkeiten, sich weiterbilden und zertifizieren zu lassen. Im meinem Büro zum Beispiel gibt es viele Mitarbeiter, die nebenbei Hobbies pflegen und sich darin noch schulen und prüfen lassen. Das geht vom geprüften Weinkenner zum Kabuki Meister. Da können sich diejenigen eine Scheibe abschneiden, die viel zu viel anreissen und nur einen Bruchteil davon zu Ende bringen. Naja, dieser Blog läuft ja nicht schlecht .
Gestern morgen hat es schon wieder geschüttelt. Dieses mal wurden wir ein bisschen früher (um 5:02) geweckt. Das Epizentrum war auch näher an uns. Ich führe ja bekanntlich keine Statistik darüber wie viele Erdbeben es hier gibt… ich führe hier nur Buch über die, die wir auch wirklich erleben. Die offizielle Statistik zeigt, dass es in Japan mehrmals täglich bebt.
Nun hat auch Japan Tobacco eine Art “Manner Poster” an gewissen Bahnhöfen angebracht. Das Poster besteht aus 7 kleinen und etwas komischen Situationen, die vor allem die Raucher auf gewisse Anstandsregeln aufmerksam machen wollen. Die englischen Texte sind auch lustig.
“Where does the smoke go? Only the person producing it is unconcerned.” oder “The sparks blew off. Luckily, they were stopped by my sleeve”.
Andere Länder...
“It’s painful to get caught between the closing doors. Even more so are the eyes of those looking at you.”, “The fire disappears beneath his shoe. Unfourtunately, the butt still remains.” Der beste Spruch unten links: “Smoke is billowing from a stand ashtray. If it were my home, I wouldn’t be so calm.”
Dieses Werbeplakat hab ich gestern in der JR Line fotografiert. Ich hab den Sinn immer noch nicht ganz gepeilt, aber das Plakat ist super! Die beiden Convienece Store Ketten “Circle K” und “Sunkus” werben für ein neues Storekonzept. Sie tun dies mit einem eindrücklichen englischen Text, den wahrscheinlich niemand versteht. Aber es sieht super aus. Hier der Text (wenn man den Text laut liest ist es am lustigsten):
“Circle K sunkus wishes to offer you a unique and cozy store to put a smile on everyone’s face. That wish has born a new concept Cherie Dolce. Its comfortable and warm atmosphere will smooth you and ease your mind anytime. We wish to begin a new style of c-store with this new concept Cherie Dolce. It would be a little bit comfortable c-store for you.“
Das Testresultat von meinem Japanischtest kam gestern! Bestanden! Wie erwartet zeigt das Resultat aber, dass ich besser fürs höhere Level gelernt hätte. Dazu war ich aber zu faul. Naja, der nächste Dezember kommt bestimmt. Nur blöd, dass ich mir von diesem Testresultat nichts kaufen kann.
Wer mich kennt der weiss, dass ich kein besonderer Fan von Haustieren bin. Aber falls sich bei mir doch irgendwann das Bedürfnis danach wecken sollte, gibt es hier in Japan interessante Möglichkeiten. Gestern lief ich in Harajuku an einer Menschenmenge vorbei und wunderte mich, auf was die so brav warten. Auf dem Poster vor den wartenden Frauen steht: Neko Kafe, was so viel heisst wie Katzen Cafe! Es handelt sich um eine Art Cafe, in dem Katzen frei herumlaufen, mit denen man spielen kann. 30 Minuten kosten 500 Yen und ein Drink kostet nur 100 Yen. Strange! Auf dem Internet hab ich noch ein paar Links gefunden: Hier ein neues Katzencafe! Und hier werden die Angestellten eines anderen Cafes vorgestellt. Abgefahren, oder?
Dann gibt es aber nochmal etwas komisches im Bezug auf Haustiere hier in Japan: Hundemietservice Stores. In Odaiba gibt es einen Laden der “Puppy The World” (?) heisst. Man kann Hunde pro Stunde oder über Nacht mieten. Die Preise variieren je nach Grösse des Hundes. Abgefahren!!!
Diese Frauen wollen kuscheln, streicheln und spielen.
Heute gab es einen regelrechten Temparatursprung hier in Tokyo. 21 Grad mit sonnigem T-Shirt Wetter. Heute ist ja bekanntlich auch noch Valentinstag. In Japan wird dieser Tag, wie so viele andere Tage, voll kommerziell ausgebeutet. Wie schon letztes Jahr beschrieben, schenken am offiziellen Valentinstag die Frauen den Männern dunkle Schokolade. In einem Monat am 14. März schenken dann die Männer den Frauen weisse Schokolade. Besonders für die jüngeren Semester ist das ein wichtiger Brauch: von wem bekomme ich wohl dieses Jahr Schokolade geschenkt? Der junge Herr unten fragt sich immer noch. Auf seinem Poster steht: Schokolade bitte!
Vor dem GAP in Omotesando.
Für mich gabs von meiner Liebsten einen feinen Schokokuchen!
Kennt ihr Coldstone? Coldstone ist eine Eisdielenkette. Eine wahre amerikanische Erfindung, die von den Japanern gerne und mit vollem Genuss aufgenommen wurde. Coldstone ist der Inbegriff der “Experience Economy”. Das Erlebnis steht im Vordergrund. Das Konzept ist einfach. Stell dir dein eigenes spezielles Eis zusammen. Oder wähle aus einer Palette von sündigen Kombinationen wie “Cheesecake Fantasy”, “Oreo Overload” oder “Cookie Doughn’t You Want Some”. Alle dieser wohlklingenden Namen sind copyright-mässig geschützt. Das Eis wird vor den Augen der Kunden auf einer gefrorenen Oberfläche aus Eis zusammengesellt. Das Eis kann in den drei Grössen “Like it” (S), “Love it” (M) und “Gotta Have It” (L) bestellt werden. Das waren aber nur die Hardfacts. Hinzu kommen die singenden Angestellten und die extreme Freundlichkeit. In Amerika sind die Grössen übrigens etwas anders. Das japanische “L” ist dort “S”. Also Coldstone ist nicht unbedingt etwas typisch japanisches, aber es gehört zu unserer Japan Erfahrung sicher dazu. Meine Lieblingskreation ist übrigens: Mint Mint Chocolate Chocolate Chip (Minteis, Schokosauce, Schokochips und ein frischer Brownie).
Eine der Signature Creations!
S, M, L
Damit Ihr Euch ein Bild machen könnt, habe ich hier noch ein kleines Video. Dieses Video ist übrigens auch als Poscast Episode Nummer 14 im iTunes über den Link rechts in der Navigation erhältlich.
Japan ist ja bekanntlich sehr sicher. Hier wird jede noch so kleine Baustelle mit zusätzlichem Personal (mit Helm) gesichert. Die freundlichen Herren weisen einen auch immer schön den Weg und entschuldigen sich für die Unannehmlichkeit der Baustelle. So auch hier in diesem Foto. Der freundliche Herr hat bemerkt, dass ich ein Foto mache. Nachdem ich das Foto gemacht habe, hat er sich ohne Witz noch verbeugt! Sensationell!
In Tokyo ist der Umschlag auf Grundstücken extrem hoch. Immer wieder werden neue Gebäude gebaut und “alte” abgerissen. Zeitweise kommt es vor, dass ein Stück Land für ein paar Monate ungenutzt ist. Da die Bodenpreise in Tokyo immer noch höher sind als sonstwo, überlegen sich viele, wie ungenutzter Boden kommerziell genutzt werden kann. Den Landbesitzern kommt da ein anderes Problem in Tokyo gerade gelegen: Parkplatzmangel. Hier bei uns an der Meguro Dori sahen wir heute ein gutes Beispiel. Ein kürzlich abgerissenes Haus macht einem Parkplatz platz. Das Haus war nicht besonders gross. Es reicht also gerade mal für ein Auto. 200 JPY für 20 Minuten! Und es gibt noch ein lustiges Detail:
Parkplatz Nummer 1 (falls man seine Parkplatznummer vergisst!)
In vielen japanischen Restaurants wird nicht bar einkassiert. Es gibt einen Automaten, wo man ein kleines Ticket kaufen kann, mit dem man sein Essen bestellt. Furchtbar effizient. Kein langes Warten auf das “Fräulein” zum Einkassieren. Als Ausländer ist das einzige Problem, dass man die Menus auf den Ticketautomaten nicht immer lesen kann. Deshalb mein Rat für alle, die Probleme haben: einfach immer das oben links auswählen! Oben links ist meistens die Spezialität des Hauses. Also immer eine gute Wahl.
Die H&M Euphorie in Tokyo ist definitiv abgeflacht und so viel gibt es für mich leider nicht zu kaufen. Die grossen Grössen fehlen. Aber dieses Schild fand ich noch lustig.
So ist jedenfalls klar, dass H&M wirklich jeden Tag von 11-9 geöffnet ist.
Wir waren ja schon ganz verunsichert, weil wir schon ewig kein Erdbeben mehr mitbekommen haben. Meine Theorie: Lange Ruhezeiten ohne Erdbeben heisst, dass sich unterirdisch Energie zum “Big One” anstaut. Häufige kleine Erdbeben setzen die Energie in kleinen verträglichen Portionen frei. Naja, heute morgen um 7:02 wurden wir wieder einmal von einem kleinen Beben geweckt.
Das Epizentrum im Pazifik und die vielen Messstationen in und um Tokyo.