Archiv für 27. Dezember 2008

JLPT Level 4

Dezember 27, 2008

Ok, ich bin nicht gerade stolz darauf. Mein Japanisch ist immer noch sehr schlecht. Nach all den Jahren. Aber ich muss jetzt doch noch von meiner Erfahrung am diesjährigen Japansese Language Proficiency Test (JLPT) erzählen. Im Sommer hat mich meine Japanisch Lehrerin nochmal versucht zu motivieren, mich aufs Level 3 vorzubereiten. Aber nach ein paar Wochen extra Motivation mussten wir dann in einem gemeinsamen “Student-Teacher” Entscheid feststellen, dass ich das bei meinem Tempo nicht bis Dezember packe. Dass mein Japanisch so schlecht ist, weil es an Japanischen Freundinnen fehlt stimmt zwar, ist aber erstens langsam nicht mehr lustig und lenkt von der Wahrheit ab. Ich lerne zwischen meinen Lessons zu wenig. Meistens in der Bahn vor einer Japanisch Lektion. Aber (und jetzt kommts) 2009 wird alles anders! Ich sage nur: Prioritäten setzen. Bei der wirschaftlichen Lage eignet man sich besser noch ein paar Fähigkeiten an.

Naja. Zurück zum JLPT. Es war wie immer ein sonniger Dezembertag und ich traf mich schon früh mit meinem Buddy Dominik am Hachiko zur gemeinsamen Fahrt zum Testsite (beide mit Sutaba in der Hand). Getestet wurde in einer Universität namens Takachino in der Nähe von Nishi-Eifuku an der Inokashira Line. Die Organisation des Test-Events fängt schon am Bahnhof an. An jeder Ecke zwischen Bahnhof und Uni steht jemand, der den Weg weist. Wie nett! Dabei handelte es sich bei der Registrationskarte, die jeder mitbringen musste gleich auch um eine Karte, die den Weg genau beschreibt. Die Klassenzimmer der Universität waren dann sehr interessant. Bei den kleinen Tischen und Stühlen kam ich mir vor wie ein Riese.

Am Eingang der Uni.

Am Eingang der Uni.

Dann der eigentliche Test. Vokabular und Schrift 25 Minuten, Hörverständnis 25 Minuten, Grammatik 50 Minuten. Der ganze Test dauerte aber von 9:45 bis 14:00. Neben den Pausen dauerte das ganze Set-Up Prozedere extrem lang. Vor jedem Modul gab es eine sehr minuziöse Anwesenheitskontrolle und langwierige Erklärung der Regeln (rote Karte, wenn das Handy klingelt).

Der Pausenhof der Uni.

Der Pausenhof der Uni.

In Tokyo muss es duzende solcher Testsites geben und ich war erstaunt, wie viele Leute zu diesem Test erschienen. Ich hab noch nie so viele Ausländer auf einem Haufen in Tokyo gesehen (nicht mal in Roppongi). Natürlich waren die meisten Chinesen und Inder. Wir Wessis waren definitiv untervertreten, aber mir fielen die vielen Franzosen auf. Vielleicht waren die auch einfach nur am lautesten. Lustig war auch, dass es viele Kinder hatten die den Test machten. Ein anderer Kollege von mir hatte sich dazu in einer Pause per BlackBerry so geäussert: “I had to guess the answer to about 80% of the questions. And just to psych me out, they put two 9 year olds next to me”.

Das bringt uns zum Schwierigkeitsgrad. Wie in der Einleitung schon angetönt, hätte ich wohl Level 3 probieren müssen. Es war zu einfach für mich und eher peinlich angesichts der vielen mutigen Kollegen, die den Test bereits nach einem Jahr machen. Das Resultat des Tests erwarte ich übrigens im Februar. Ich lass es Euch dann wissen.

Einer der Übungstests. Ausschnitt aus dem einfachen ersten Teil.

Einer der Übungstests. Ausschnitt aus dem einfachen ersten Teil.

Sverige meets Nihon

Dezember 27, 2008

Heute pilgerten wir wiedermal “nach” Ikea. Obwohl eigentlich bekannt ist, wie Ikea auf Standardisierung und zentralen Einkauf setzt, hat mich doch erstaunt wie absolut gleich das Ikea Warenhaus aussieht wie die, die wir aus Europa kennen. Alles vom Gebäude über den Poäng bis zum Glögg ist gleich!

Finde den Unterschied.

Finde den Unterschied.

Was auch erstaunt ist: keine Menschenmassen.  In den Ikeas, die ich kenne gibt es am Samstag immer einen riesen Andrang. Da stell ich mir die Frage ob Ikea hier erfolgreich ist. Ikea floppte in Japan bereits vor 20 Jahren (wie so viele andere westliche Unternehmen) und musste sich wieder verabschieden. 2006 dann der Wiedereinstieg. Ähnlich wie jetzt gerade bei H&M war der Andrang damals in den ersten Monaten extrem. Jeder wollte Ikea mal gesehen haben. Mein Buddy Matti lebte damals in Japan und wollte ein Babybettchen für seinen Sohn kaufen. Sie schafften es aber nicht mal mit dem Auto ins Parkhaus und mussten wieder umkehren, der Andrang war einfach zu gross. Jetzt scheint der Hype vorbei zu sein.

An was könnte das liegen? Vielleicht daran, dass Ikea-Möbel zwar für kleine Appartments perfekt sind, aber vielleicht doch wieder zu gross für japanische Appartments. Oder gibt es einfach zu viele Konkurrenten? Gerade unsere Gegend hier entlang der Megurodori ist bekannt für die vielen kleinen Möbelläden. Ok preislich hat Ikea sicher immer noch einen Vorteil. Ausser bei den Hotdogs und beim sonstigen Ikea Essen (z.B. Meatballs). In Japan bekommt man definitiv gleich preiswertes und viel besseres Essen.

Oder spielt da doch noch ein viel grundlegender Faktor mit? Nichts gegen unsere immer perfekt gestylten Hosts, aber wart Ihr schon in einer durchschnittlichen japanischen Wohnung? Ich meine keine Wohnungen oder Häuser von Reichen oder Expats. Nein? Ich auch nicht so oft und die, die ich gesehen habe waren eher  funktional (typische Wohnzimmerlampen) und eklektisch. In meinem Cultural Awareness Kurs habe ich gelernt, dass man sich in Japan nicht so oft zu sich nach Hause einlädt, wie wir das tun (knapper Platz, Überfluss an preiswerten Restaurants, etc.). Vielleicht führt das dazu, dass der Möbelkauf hier nicht so ein Ereignis ist wie bei uns.

Was passiert wohl mit H&M? Eine Kollegin im Büro äusserte sich kürzlich sehr skeptisch. Sie glaubt, dass der Hype schnell vorbei sein wird  und  die japanischen Kundinnen sehr picky im Bezug auf die Qualität sind. Die brutal langen Schlangen vor den H&Ms sind jedenfalls schon weitgehend verschwunden.

Ich denke mal die lokalen Chefs von Ikea und H&M sind zwei coole Schweden, die sich öfters bei einem Glögg über die Knacknuss Japan unterhalten. Ich bleibe jedenfalls Kunde von beiden Unternehmen. Beim einen aus persönlichen Gründen und beim anderen weil die meine Grösse haben :-) . In diesem Sinne: Tak und Skål!

Dein erstes Daim vergisst Du nie!

Dein erstes Daim vergisst Du nie!

Billig, aber passt das in eine japanische Wohnung?

Billig, aber passt das in eine japanische Wohnung?

Szene in der Bilderabteilung. Die Weltkarten wurden auf jeden Fall schon mal japanisiert.

Szene in der Bilderabteilung. Die Weltkarten wurden auf jeden Fall schon mal japanisiert.

Auf dem Rückweg mit der Keiyo Line.

Auf dem Rückweg mit der Keiyo Line.

Nicht sehr kontrastreich im Hintergrund ist der Fuji-san zu erkennen! Im Zug auf dem Rückweg.

Nicht sehr kontrastreich im Hintergrund ist der Fuji-san zu erkennen! Im Zug auf dem Rückweg.

Und nochmal etwas herangezoomt.

Und nochmal etwas herangezoomt.


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