Archiv für Juli 2008

Arubaito für Freeter in Manga

Juli 26, 2008

Arubaito: Wenn man dieses Wort schnell liest, hört es sich wie das deutsche Wort “Arbeit” an. Es handelt sich tatsächlich um dieses Wort. Die Japanische Silbenschrift ist sehr begrenzt, dafür aber ziemlich eindeutig. ア (a) ル (ru) バ (ba) イ (i) ト (to). Da es neben den Vokalen “aieou” und den “n” keine einzelnen Laute gibt werden beispielsweise “r” und “t” immer als Silbe ausgesprochen (und geschrieben).

Wer im Bild unten genau hinschaut, erkennt das Wort Arubaito wieder. Es handelt sich hier um ein Plakat der staatlichen japanischen Bahngesellschaft (Japan Railways oder kurz JR), das Studenten und sogenannte “Freeter” (フリーター) anspricht. Arbeito ist ein Wort, dass die Japaner aus der Deutschen Sprache importiert haben und bezeichnet was wir “Teilzeitjob” nennen würden. Arbeit im eigentlichen Sinne heisst auf Japanisch “仕事 shigoto”, aber beim Wort Arubaito wissen alle was gemeint ist.

Ein weiteres lustiges Fremdwort ist das japanische Wort für Skigebiet. Skigebiet heisst auf Japanisch “ゲレンデ Gerende”… Gelände!

Hinter dem Wort Freeter (im Poster in der Sprechblase zu erkennen) verbirgt sich ein gesellschaftliches Phänomen. Es bezeichnet meist junge Leute, die sich frei auf dem Arbeitsmarkt bewegen (Freelancer). Und das im Land des lebenslang gesicherten Arbeitsplatzes. Bei Interesse bitte hier weiterlesen.

Übrigens: man sieht es unten leider nicht genau, aber der Stundenlohn für die Teilzeitjobs beträgt 1’100 JPY (11 CHF). Immerhin.

Jishin ga atte, bikkurishita!

Juli 24, 2008

Gestern hat mir meine Japanischlehrerin gerade diese neue grammatikalische Struktur beigebracht… und dann gestern Nacht das Gerüttel. “Es gab ein Erdbeben und wir sind ganz schön erschrocken”. Aber wie man hier sehen kann, waren wir ziemlich weit weg vom Epizentrum. In diesem Sinne: Weidmann’s Dank.

海の日 (umi no hi)

Juli 21, 2008

Heute war in Japan wiedereinmal ein Feiertag (dank dem Happy Monday System). Und zwar der: umi no hi (Tag des Meeres). Das haben wir uns natürlich mit einem Ausflug zum Beach zu Herzen genommen. Wir sind noch dabei zu analysieren, was genau bei der Bebauung der japanischen Küsten schief gelaufen ist, aber bitte erwartet nicht zu viel. Zum Teil erinnert die Küste an Nordkorea oder die UdSSR. ABER: die Japaner sind wie immer super drauf und alles ist geregelt.

Heute fuhren wir nach Zushi (eine Station weiter als Kamakura). Die Zugfahrt dauert nur 50 Minuten! Um an den Beach zu kommen, folgt man einfach der generellen Masse (funktioniert immer in Japan).

Es war brühend heiss! Wir versuchten etwa 10 Minuten lang herauszufinden, wie das System mit den Sonnenschirmen funktioniert. Es gab offensichtlich “offizielle” Sonnenschirme, die man mieten konnte. Aber es war (für uns) nicht ersichtlich wie und wo. Als wir dann einen freien und bereits aufgestellten Schirm erspähten, pflanzten wir uns darunter und dachten uns: es kommt dann schon jemand, wenn’s nicht erlaubt ist oder was kostet.

Nach einiger Zeit der Beobachtung unter unserem Sonnenschirm sind wir dann aber doch dahinter gekommen wie das System funktioniert. Man geht in eine der vielen Beachbars, zahlt einen gewissen Betrag, und lässt sich den Schirm von einem Beachboy aufstellen. Aha. Dann fiel uns etwa gleichzeitig auf, dass wir auch vom offiziellen, für unseren Schirm zuständigen, Beachboy beobachtet wurden. So nach dem Motto: soll ich den Ausländern jetzt sagen, dass sie sich nicht einfach so unter einen Schirm legen können ohne zu zahlen… Wir liessen es auf jeden Fall drauf an kommen. Es war ihm offensichtlich zu mühsam und zu peinlich uns Ausländern das System erklären zu müssen, was wir gnadenlos ausnutzten :-) Man sah die Erleichterung als wir endlich gingen.

Ins Wasser gingen wir nicht. Es war warm wie in der Badewanne und wir hatten unser “Radiation Suit” nicht dabei. Hier unten auf dem Foto sieht man einen selber mitgebrachten gelben Schirm.

Die offiziellen sind rot (hier in der Ferne zu sehen).

Auf einer silbernen Strandmatte bräunt es sich besonders gut! Insbesondere wenn man noch ganz weiss ist, so wie die Dame rechts im Bild (neben der japanischen Mariah Carey).

Baywatch sieht anderswo auch cooler aus. Anstatt einen roten Badeanzug, Silikon und dem Rettungsschiffchen, gibt es hier in Japan nur ein lustiges Hütlein ;-)

Good ol’ times

Juli 21, 2008

Dieses Wochenende haben wir wiedereinmal gemerkt, was hier in Tokyo am meisten fehlt. Die guten Freunde, die wir zurücklassen mussten. Umso schöner, dass wir diesen Samstag mit Matti verbringen konnten, der auch schon wieder gern nach Japan zurückkehren möchte!

(Not so) desperate housewife

Juli 21, 2008

Ich (Mischa) werde immer wieder gefragt: “was macht Isa eigentlich so den ganzen Tag, jetzt wo sie nicht mehr arbeitet?”. Meine Antwort findet sich unter anderem hier. Aber wenn man Isa direkt fragt, bekommt man ein “was machst du eigentlich so den ganzen Tag?” zurück… nicht schlecht, gute Frage… und eine direkte Anspielung auf so manch weniger sinnerfüllten Büro-Alltag. Anyway: Obwohl ich ja bekanntlich kein dominanter Hubbie bin, werde ich immer öfter mit einer warmen Mahlzeit am Abend empfangen (Isa ist katholisch), was natürlich zu unerer aller gesunden und ausgewogenen Ernährung beiträgt! Hier also Isa neulich mit einer vorzüglichen Spinatwähe!

Wenn wir schon beim Thema (not so) desperate housewives sind: hier in Tokyo (wie in vielen grossen Städten) werden die Liegenschaften ja immer “gebrandet”. So wurde nun auch der Fantasiename der Strasse aus der Serie Desperate Housewives als Brand einer Wohnliegenschaft hier in Tokyo benutzt. Wisteria Lane wird zu Wisteria Court.

Celeb Sighting

Juli 13, 2008

Japan ist ja bekanntlich sehr “domestic”. Das heisst, die Celebrity Szene besteht zum grossen Teil aus japanischen Stars, die im Ausland wenig bekannt sind. So sieht man auch nicht so oft internationale Promis auf der Strasse. Heute auf der Omotesando hatten wir aber mal Glück. Beim Herrn mit der grossen Sonnenbrille handelt es sich um einer der berühmtesten Chinesen: den Hollywoodstar Jackie Chan.

Community Service

Juli 12, 2008

Heute wollten wir einmal das nicht weit entfernte lokale Community Pool ausprobieren. Wir machten uns zu Fuss in Richtung Meguro Fluss auf, an dessen Ufer das Pool steht. Eine durch und durch japanische Erfahrung.

Der Eintritt ist nur 200 Yen. Man kauft ein Ticket an einem Automaten und begibt sich in den Umkleideraum, der voll mit Badegästen ist und wo der Locker 10 Yen kostet. Die erste Eigenheit war nun: Wenn man etwas zum Pool mitnehmen will, wird das recht schwierig. Der einzige Zugang zum Pool führt durch eine nicht zu umgehende “Duschstrassse”. Man wird (ob man es will oder nicht) von allen Seiten mit warmem Wasser abgespritzt, bevor man den Poolbereich betritt. Die Dusche wird durch eine Lichtschranke ausgelöst. Es gibt also kein Entrinnen. So kann man sich auch vorstellen, dass die meisten Leute im Poolbereich kein Badetuch, kein Buch, keine Zeitschrift, einfach nichts dabei haben. Wir konnten unsere Tücher dann aber doch halbwegs an der Zwangsdusche vorbeitschmuggeln… aber bezüglich der mitgebrachten Metropolis Zeitschriften bekamen wir dann von der Bademeisterin doch einen Rüffel. Nicht erlaubt!

Das geht ja alles noch. Aber: das Lustigste ist, dass jede Stunde um 10 vor alle Leute für 10 Minuten aus dem Pool müssen, damit die Bademeister genau inspizieren können, ob nicht irgendwelche Leichen oder gefährliche Gegenstände im (an jeder Stelle nicht tiefer als 1m) Pool liegen. Das ginge ja auch noch, aber zusätzlich zu den zwei Bademeistern, die das Pool vom Rand aus inspizieren, gibt es noch einen TAUCHER, der im ziemlich überblickbaren Pool nach Leichen sucht!!!!!! Und das jede Stunde. Krass. Naja, zumindest passiert so nie etwas, aber ein bisschen komisch ist das schon.

Hier das Pool im Inspektionszustand.

Generell hat Tokyo extrem gute Community Services. Das ebenfalls im gleichen Komplex wie das Pool gelegene Fitness Center kostet auch nur 200 Yen Eintritt. Lustig ist nur, dass es neben den Getränkeautomaten im Eingangsbereich des Fitness Centers auch einen Zigarettenautomat gibt (?!).

Im Community-Komplex gibt es auch ein eigenes kleines Restaurant, wo man extrem günstig zu einem Mittagessen kommt. Hier im Bild die Spagetti für nur 500 Yen! Übrigens, da man in Japan Überraschungen hasst, sind in vielen Restaurants die Gerichte als Plastikimitate in einem Schaufenster ausgestellt.

Wir haben uns dann aber doch entschieden, ein Green Curry im hippen “Combine” in Nakameguro zu essen.

Auf dem Rückweg kamen wir dann in ein extrem heftiges Sommergewitter mit Hagel und mussten in ein Taxi ausweichen.

Teewurst Incident

Juli 12, 2008

Auf dem Rückweg von Berlin wollte ich Isa etwas mitbringen, was in Tokyo extrem schwierig zu finden ist. So kaufte ich am Berliner Flughafen Tegel eine Teewurst, eine Tube Thomy Senf und ein Pumpernickel Brot. Nach einiger Zeit fiel mir dann aber der mit den verboteten Flüssigkeiten ein… Die Senftube war 100ml, also im Rahmen… aber auf der Teewurst stand 125g drauf. Ich wählte eine Vorwärtsstrategie und packte die Tube und die Teewurst in so eine Plastiktüte. Dann kam es dann aber doch zu einer kleinen Diskussion am Security Check. Ist 125g gleich der nicht erlaubten 125ml? Ich hab der Dame am Security Check versucht zu erklären, dass ein Volumen von 100ml je nach Inhalt mehr oder weniger als 100mg wiegen kann und ich mit meiner 125mg Teewurst passieren darf. Naja, die Frau beharrte darauf, dass Milliliter in jedem Fall gleich Gramm ist, liess mir dann aber dann doch meinen Spass mit meiner Teewurst :-)

Weekend in Brandenburg

Juli 12, 2008

Letztes Wochenende hatte ich (Mischa) etwas leicht verrücktes vor. Mal eben nach Brandenburg an die Hochzeit von Bettina und Carsten Beck. Es hat sich gelohnt! Ein super Fest mit einem strahlenden Paar, super Wetter und guten alten Freunden.

Am Freitag machte ich mich mit der BA von Tokyo auf den Weg nach London. Leider hatte die Maschine bereits in Tokyo eine Stunde Verspätung, sodass ich meinen Anschlussflug von London nach Berlin verpasste. Ich wusste also, dass ich erst um 21:00 anstatt ursprünglich um 19:00 Uhr in Berlin ankomme. Naja, ist alles eine Frage der Einstellung. Der BA Flug war extrem kurzweilig und das Filmprogramm sehr gut. In Berlin musste ich ja noch ein Auto mieten um nach Brandenburg zu kommen. Wer mich kennt weiss, dass ich mit Autos und Orientierung nicht so der Hirsch bin… so war ich dann erst um Mitternacht in Brandenburg. Carsten und der harte Kern war aber immer noch beim Grillabend. Viel geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht.

Am Samstag dann die Hochzeit bei blendendem Wetter und am Abend das tolle Fest. Die Party ging die ganze Nacht. Ich bin ohne Schlaf direkt zurück ins Hotel und dann zurück zum Flughafen. Um 12:20 gings dann zurück nach London mit Weiterflug nach Tokyo. Das grosse Glück dieses Flugs war, dass es nicht allzu viele Leute gibt, die am Sonntag Nachmittag von London nach Tokyo fliegen. So waren beide Sitze neben mir frei und ich konnte ca. 8 Stunden schlafen! Um 11:00 am Montag war ich dann wieder in Narita. Kurz im Klo den Anzug anziehen, rasieren und um 13:15 Uhr war ich wieder im Büro! Das macht man nicht jedes Wochenende… aber wie gesagt, es hat ich gelohnt! Hier wie immer einige Impressionen:

Das Brautpaar

Die nächsten 3 Fotos wurden von Charley gemacht.

Trauzeuge Lorenz und Carsten

Ich, Matti, Muckel und Pierre

Brändenbörg

Mit Charles

Nach der Trauung

Beim Abendessen

Pierre und Meli

Frau Schepers und Frau Meyer

Julian Schepers

Heissluftballone zu Ehren des Brautpaars

Matti und Stefan gezeichnet vom Fest (4:30)

Once around

Juli 1, 2008

Diesen Sonntag war mal wieder richtig Regenzeit angesagt. 24h Dauerregen! Da hatte Isa die geniale Idee, dass wir mit der Yamanote Line (unsere Linie) einmal im Kreis fahren und an jeder Station ein Foto machen! Gesagt getan. In Ikebukuro sind wir dann noch ausgestiegen, weil wir diesen Ort noch nicht richtig kennen. Es war ganzschön stressig bei jeder Station kurz rauszuspringen. Hier wie immer einige Eindrücke an ausgewählten Stops auf unserer Tour rund um das Zentrum von Tokyo.

Political correctness

Juli 1, 2008

So nun mal wieder ein neuer Eintrag. Sorry, dass es schon so lange keinen Eintrag mehr gab. Ist wiedermal viel los hier. Anyway, am Samstag haben wir einen kleinen Spazirgang gemacht und wiedereinmal über Tokyo/ Japan und die vielen Unterschiede philosophiert. Was uns aufgefallen ist, ist dass die political correctness etwas anders ist als im Westen. Das äussert sich in vielen Dingen, aber zwei Dinge sind uns wieder besonders aufgefallen.

Die essen hier bewusst und offen Walfisch-Fleisch. Wie hier zu sehen auf diesem Banner mit der (leider spiegelverkehrten) Aufschrift: Kujira (Wal).

Und dann natürlich die Raucherei. Es hat sich schon extrem stark verbessert, aber im Land der Automaten werden auch die Ziggiautomaten ad-absurdum geführt.

Und schliesslich mussten wir auch ab diesem Bild aus einem Fast-Food-Resti schmunzeln. Raucher bevorzugt.


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